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„Sorry, das will keiner lesen“ – warum wir alle Public History brauchen

Am vergangenen Samstag ging das (viel zu kurze) Histocamp in Bonn zuende, zu dessen Diskussionspapier ich bald auch noch einmal bloggen möchte (bzw. die dortige Kommentarspalte unsicher mache). Die dort abgehaltenen Sessions waren zumeist sehr interessant, die Protokolle hierzu sind bei Bundesstadt.com abrufbar.

Ursprünglich hatte ich vor, eine Session zum Thema „Sorry, aber das will keiner lesen. Warum wir alle Public History brauchen und öfter Facebook-Kommentare lesen sollten“ zu halten, aus Zeitgründen war mir das allerdings nicht möglich. Eine von anderen eingereichte Session (Protokoll als PDF) geriet mir etwas unbefriedigend, weil sie schlicht das Thema „Public History“ hatte, das in einem Stuhlkreis mit 40 Teilnehmern in 45 Minuten nicht erkenntniserzeugend zu bearbeiten ist. Gestern diskutierten wir mit etwas mehr, aber auch nicht abschließendem Gewinn zum selben Thema zu siebt im universitären Kolloquium – es zeigt sich also, dass zum Thema „Geschichte an/in/für/mit/als/trotz/wegen Öffentlichkeit“ noch längst nicht alles gesagt ist. Dieser Beitrag soll daher die Grundgedanken meiner geplanten Session aufgreifen.

1. Die Definitionsfrage

Am Anfang steht immer die Frage, was „Public History“ eigentlich ist. Zu diesem Thema gibt es exakt so viele Definitionen wie es Menschen gibt, die sich dazu Gedanken gemacht haben. In den USA, die „Public History“ an Universitäten seit Jahrzehnten betreiben, hat das dazu geführt, die Definitionsdebatte einfach ad acta zu legen. Im europäischen und vor allem deutschsprachigen Raum hingegen ist sie in vollem Gang, zuletzt hat sich Marko Demantowsky damit befasst. Ich verwende eine etwas alte, aber griffige Definition, die sehr weit gefasst ist, von der NYU:

Public History is history that is seen, heard, read, and interpreted by a popular audience. Public historians expand on the methods of academic history by emphasizing non-traditional evidence and presentation formats, reframing questions, and in the process creating a distinctive historical practice. […] Public history is also history that belongs to the public. By emphasizing the public context of scholarship, public history trains historians to transform their research to reach audiences outside the academy.

Eine weitere, noch schwammigere, Definition, ist die, dass Public History „Geschichte für, mit und über die Öffentlichkeit“ ist. Für mich persönlich bedeutet Public History damit

  1. Die Geschichtsvermittlung, also die Aufbereitung wissenschaftlicher Erkenntnis(se) für ein breiteres, nichtakademisches Publikum
  2. Die Aktivierung von historischem Bewusstsein und Denken bei diesem Publikum
  3. Die konstante Herstellung von Legitimation von Geschichte und HistorikerInnen

Zu Punkt 3 gehört eine dreifache Dimension: auf kleinster Ebene ist es die Legitimation der Studienfachwahl gegenüber Eltern, Freunden, dem BAFöG-Amt. Die nächstgrößere Ebene ist die Legitimation als ExpertInnen – wir sind eben HistorikerInnen, und nicht dahergelaufene Menschen, die zufällig ein Standardwerk zum Thema X gelesen haben. Die größte und klassischste Ebene ist die Legitimation gegenüber der (steuerzahlenden) Öffentlichkeit, die aus unserer Forschung keinen so konkret greifbaren Nutzen zieht wie aus den zahlreichen Maschinenbau-Professuren.

2. Was folgt daraus?

Zunächst einmal folgt daraus die schon Klischee gewordene Verabschiedung aus dem Elfenbeinturm – das bedeutet nicht, dass ALLE HistorikerInnen aus dem Elfenbeinturm rausmüssen um ihre Ergebnisse häppchengerecht aufzubereiten, es bedeutet viel mehr, dass Public Historians (zur Selbstverortung in diesem Begriff mein Doktorvater) eine Brücke zur Öffentlichkeit spannen, gerade damit es nicht jeder und jede selbst tun muss. Wir leisten also einen Dienst für beide Seiten dieser Aushandlung.

3. Die Sache mit den Facebook-Kommentaren

Mit der bisherigen Bestandsaufnahme wäre ich beim Histocamp tatsächlich noch mit voller Geschwindigkeit durch offene Türen gelaufen. Im Gegensatz zu vielen etablierten HistorikerInnen ist das Gespür für eine öffentlich wirksame Geschichtswissenschaft, die sich nicht nur von drei, vier Leuchtturmtalkshowhistorikern (absichtlich kein Binnen-I) vertreten lässt, durchaus vorhanden. Das Problem, bei Public Historians wie auch bei den „klassisch“ Forschenden: wir wenden uns an eine kleine Blase von Öffentlichkeit, nämlich eine, die im weitesten Sinne einem bildungsbürgerlichen Ideal folgt – das schließt ausdrücklich auch alternative Milieus ein, die anderes, aber nicht anders rezipieren. Wir erreichen in erster Linie Menschen, die sich ohnehin aus sich selbst heraus, ohne Zwang, für Geschichte interessieren. Damit verlieren wir aber einen Großteil der Bevölkerung aus den Augen, der eben auch wählen geht, der Meinungen hat und der gerade in Zeiten des Internet diese Meinungen auch äußert.

Dazu einige kleine Beispiele von Facebook: Vor etwas über einem Jahr veröffentlichte Leonie Treber ihre Dissertation „Mythos Trümmerfrauen„, die weithin beachtet wurde – eine wissenschaftliche Absage an den deutschen Erinnerungsort „Trümmerfrau“ war natürlich gefundenes Fressen für die Print- und Onlinemedien. Was dann passierte, war ebenso anstrengend wie vorhersehbar: Die „Öffentlichkeit“, die ich im vorigen Absatz ausgeschlossen wähnte, versuchte zurückzuschlagen.
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und zuletzt:

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All diese Kommentare wurden in aller Öffentlichkeit geschrieben, und sie zeichnen eine besorgniserregenden Zustand des Stellenwerts von Geschichtswissenschaft in der Gesamtgesellschaft. Mehrfach las ich vor einem Jahr auch die Bezeichnung „selbsternannte Expertin“, was angesichts einer Dissertation, also dem höchsten Maß an Fremdernennung, doch fast komisch wirkt. Jedenfalls äußerten sich die Meinungen dort in hohem Maße homogen, es wurde aus der eigenen individuellen Mikro-Familiengeschichte auf das Gesamtbild geschlossen, es wurden Erinnerungen über greifbare Überrest-Quellen gewertet, politische Tendenzforschung vermutet und auch die Sinnfrage von Geschichte angesichts der Gegenwart überhaupt gestellt.

Es wäre bequem, diese Menschen einfach aus der Öffentlichkeit der öffentlichen Geschichte zu verbannen, sie verloren zu geben für unsere gute Sache und uns um die zu kümmern, von denen wir erwarten können, dass sie auch mal eines unserer Bücher kaufen. Damit würden wir aber unserer gesellschaftlichen Verantwortung nicht gerecht, wir würden die Gräben nur vertiefen, die sich ohnehin in immer stärkerem Ausmaß bilden.

4. „Das will keiner lesen!“

Beim Histocamp hatte ich vor in den Raum zu fragen wie viele sich selbst als Public Historians erachten würden und wie viele bloggten (Twitter konnte ich ja fast voraussetzen). Dinge wie Bloggen wären nämlich tatsächlich der erste Schritt hin zu einer jungen, aufmerksamkeitserzeugenden Geschichte, die sich nicht auf drei, vier große Köpfe im Fernsehen reduziert. Das Problem: den Großteil dieser Blogs will niemand lesen – und ich bin mir der Ironie bewusst, dass ich selbst gerade auf einem dieser Blogs eine vielleicht etwas ermüdende Standortbestimmung vornehme.

Niemand interessiert sich für eure Methoden, euren theoretischen Überbau und die Verortung im Diskurs. Grundsätzlich fällt mir aktuell nur eine Wissenschaft ein, die ungestraft und täglich einen Ausschnitt ihrer Erkenntnisgewinnungsmethodik unter die Öffentlichkeit bringen darf: die Meteorologie. Gab es früher im Fernsehen Angaben zum morgigen Niederschlag, zu den Tiefst- und Höchsttemperaturen und zum Wind, geht es heute nicht mehr ohne Radardaten und Strömungsfilme, ohne die Verortung von kontinental wirksamen Hochdruckgebieten und Standardwertkurven. Ich habe noch niemanden (außer meteorologisch ausdrücklich interessierten Menschen) getroffen, dem das nicht vollkommen egal wäre. In erster Linie erwarten wir vom Wetterbericht zu wissen, was wir morgen anziehen sollen und ob eine Grillparty eine gute Idee ist.

So leicht lässt sich das allerdings natürlich nicht auf die Geschichtswissenschaft applizieren: die Öffentlichkeit erwartet von uns meist klarere Antworten, als wir geben können. Die Konzentration auf Christopher Clark unter zahlreichen Erstweltkriegsbüchern 1914 entsprach der Sehnsucht nach einer endgültigen Antwort auf die Kriegsschuldfrage, auch wenn diese Antwort vielleicht „Alle so ein bisschen“ heißen würde. Aber gerade 1914 ist ein gutes Beispiel dafür, dass HistorikerInnen mit dem selben Material zu viel unterschiedlicheren Ergebnissen kommen können als fast alle anderen Wissenschaften (und deswegen im Englischsprachigen auch ungern als ’science‘ bezeichnet werden).

Was die deutschsprachige Historyblogosphäre weitestgehend macht, ist Wissenschaftskommunikation – von und für HistorikerInnen, vielleicht noch ein paar Nachbardisziplinen und die vielbemühten Bildungsbürger. Was sie nur sehr selten tut, ist auf das übliche Blogpublikum zuzugehen und ihm ein Angebot zu machen, das es nur schwer ablehnen kann – nämlich interessante Dinge so zu lesen, dass gerne gelesen, gemerkt und vielleicht auch fürs weitere Denken abgespeichert wird.

Daraus ergeben sich drei klare Forderungen an uns alle:

  1. Geht in die Medien, in denen die genannten (Teil-)Öffentlichkeiten stattfinden. Benutzt weiter Blogs, aber öffnet sie für einen breiteren Zugang. Benutzt Social Media, geht zum Fernsehen, malt Bilderbücher, druckt Broschüren in einfacher Sprache.
  2. Holt euch Feedback, sowohl technisch als auch individuell, wann Menschen gedanklich bei euren Themen aussteigen. Dort sollt ihr nicht aufhören, über diese Themen nachzudenken (dafür seid ihr Wissenschaftler), aber, statt das Publikum mit auf die weitere Reise zu nehmen, eine Postkarte malen.
  3. Wenn unsere Forschung eine Oper ist, ein großes, schwer zugängliches Werk, dann sollten wir aus unserer Public History Popmusik machen. Das ist nicht verwerflich, und es schadet unserer Erkenntnis auch nicht. Es schließt auch nicht die Tür für schwer vermittelbare, „zweckfreie“ Forschung, es hilft ihr sogar, weil sie im kleinen, schlecht beleumundeten Elfenbeinturm bleiben kann und nicht mit Gewalt herausgezerrt wird.

Mein Credo, mit dem ich beim Histocamp sicher jeden einzelnen einmal genervt habe, lautet: Wer sich drei, vier, fünf Jahre mit einem Forschungsthema beschäftigen kann, dem muss es möglich sein, jeden anderen 15 Minuten dafür zu begeistern. Gebt euren Themen diese 15 Minutes of Fame, sie haben es sicher verdient.

5 Kommentare

  1. Thomas Kirchner

    Ich bin froh, hier nicht nur eine verständliche Lageskizze der Public History in Deutschland zu lesen, sondern auch einen ehrlichen Einblick in Deine persönlichen Beweggründe und Ziele bei der Arbeit als öffentlicher Historiker. Das sind genau die Denk- und Handlungsanstöße die ich und vielleicht auch andere brauchen, um künftig selbst aktiver zu werden.
    Nach Abschluss meiner Dissertation – wohl gemerkt erst danach – habe ich gerade erst begonnen mich selbst intensiver für die Herausforderung Public History zu begeistern. Meine späte Ankunft bei Twitter hat dazu wesentlich beigetragen. Was ich seitdem wirklich getan habe, beschränkt sich noch voll und ganz auf die „kleinen Dinge“, die Versuche, in Gesprächen näheren und weiteren Bekanntenkreis dafür einzutreten, dass Geschichtswissenschaft gesehen wird und zählt. Gerade deswegen treiben mich einige Fragen um, die auch beim Lesen Deines Blogs wieder dringlich erscheinen.
    Zwei fragen vor allem: Hilft es mir wirklich von der Universität, in der ich arbeite als Elfenbeinturm zu denken? Und ist das, was in diesem vermeintlichen Turm oft Komplexitätsreduktion genannt wird, tatsächlich der Schlüssel zu der Public History, an der ich teilhaben will?

    Die Brücke vom Elfenbeinturm in die Öffentlichkeit zu schlagen, hört sich wie ein aufregendes und gleichzeitig verheißungsvolles Abenteuer an. Ich bin aber besorgt enttäuscht zu werden, wenn ich als Priester der Clio unter die Gemeinen trete. In der Turm-Metapher steckt noch die Fantasie, dass das Volk vergessen haben mag, was wir für mächtige Orakelsprüche wirken. Wenn wir uns aber wieder zeigen wird es staunen und jubeln, ob der Macht Weisheit des Turmes und seiner Herrscher_innen. Das erscheint mir allerdings unwahrscheinlich, sowohl wenn ich auf die bereits zitierten Facebookkommentare schaue, als auch mit Blick auf die universitäre Forschung und Lehre. Es ist ja nicht so, dass die akademische Geschichtsschreibung in sich durch offene und schrankenlose Kommunikation auszeichnen würde oder dass sie die Bedürfnisse und Interessen aller Beteiligten berücksichtigen würde. Auch gibt es kein gemeinsames Wissenschaftsideal, vor dessen Hintergrund die Unterschiede zwischen Forschenden, Lehrenden und Studierenden verblassen würden. Stattdessen werden Gräben gezogen und Mauern errichtet.

    Wenn ich mir vor Augen führe, welche unnötige Hindernisse wir bereits in der wissenschaftlichen und fachdidaktischen Kommunikation mit Kolleg_innen und Studierenden errichten, zweifele ich daran, dass wir während eines kurzen Urlaubs vom Elfenbeinturm bereits in der Öffentlichkeit ankommen. Gibt es den Elfenbeinturm, müssen nicht nur Brücken gebaut werden, sondern es sind ganz grundlegende Abriss- und Renovierungsarbeiten nötig, um dort herauszukommen. Ich meine gar nicht, dass dieser Umbau fertig werden, muss bevor die Brücken stehen, aber es muss umgebaut werden. Vielleicht sollten wir aber auch annehmen, dass wir bereits in der Öffentlichkeit stehen, und uns selbstkritisch fragen, warum uns trotzdem niemand so recht zuhören möchte.

    Was nun die Komplexitätsreduktion angeht, so fühl ich mich damit doppelt unwohl. Zum einen begeistern mich meine Themen und die Arbeit daran gerade wegen der vielfältigen, kompliziert verwobenen und teilweise widersprüchlichen Deutungsmöglichkeiten, die sich aus vielen Analysen ergeben. Im besten Fall, sollen Fragestellungen, Methoden und Quellenarbeit soweit vorstoßen, dass vertraute Dinge beginnen, unübersichtlich und fremdartig zu wirken. Wir sind in der privilegierten Situation Gesellschaften und Kulturen dort ausführlich zu untersuchen, wo sie still halten – Geschichtswissenschaft eben. Ich wünsche mir durchaus, dass das „Wir“ meines Textes eine Bedeutung behält. Nicht als Synonym für abgehobene Turmbewohner_innen (die wenigen auserwählten Grundlagenforscher_innen, die im Turm bleiben dürfen), sondern für Historiker_innen mit der ziemlich seltenen Gelegenheit, komplizierte Dinge als kompliziert zu betrachten …

    … Und auch wenn Sie über diese Dinge reden, sollten Sie nicht verschleiern, dass sie kompliziert sind. An der stelle greift das „Sorry, das will keiner Lesen“-Argument – ich stimme zu. Gleichzeitig erscheint mir mehr öffentliche Geschichte häufig gerade da, interessant, hilfreich oder notwendig, wo ohnehin schon viel zu einfache Deutungen vorherrschen. Mir leuchtet nicht ein, wie dort eine weiter einfache Deutung aus Hitoriker_innenmund einen entscheidenden Unterschied mach soll. Können wir nicht vielleicht gerade dadurch besser mitspielen, dass wir regelmäßig irritieren und herausfordern – auch indem wir einfache Antworten zurückweisen. Dass wir Popmusik spielen, gefällt mir, sie sollte aber neu, aufregenden, provokant oder zumindest ein wenig zu laut sein.

  2. Ich habe es in der Mittelalter-Relevanzfallen-Session schon gesagt: Es ist mir völlig unverständlich, wie sehr Historiker ihre Forschungsergebnisse verstecken. Ich bin wohl mittlerweile die ideale Zielgruppe für Public History. Irgendwann, in grauer Vorzeit (2012!) ein Geschichtsstudium abgeschlossen, jetzt beruflich was anderes, aber immer noch sehr geschichtsinteressiert. Aber wenn man an keiner Uni eingeschrieben ist und die nächste UB mal eben 36km entfernt ist, dann ist es erstaunlich schwierig, an die Ergebnisse der Forschung zu kommen:

    – die Fahrt in die UB kostet Zeit und v.a. bares Geld. Mit der Bahn würde ich pro UB-Besuch über 20€ zahlen. Für den Besuch einiger Institutsbibliotheken müsste ich mir einen Tag Urlaub nehmen
    – keine Unieinschreibung bedeutet, dass man den Zugriff auf die meisten Datenbanken verliert. JSTOR ist super. Wenn man Zugriff hat.
    – die Preise für diese Datenbanken sind – selbst wenn es überhaupt Tarife für Privatnutzer gibt – astronomisch. 30€ pro Artikel sind keine Seltenheit.
    – bei dreistelligen Preisen für wissenschaftliche Bücher fährt man dann doch lieber in den Urlaub als die obskure Dissertation zu kaufen
    – Fernleihen gehen, aber auch nicht immer und für jedes Buch aus der lokalen Stadtbücherei. Das ist aber so wie schon damals an der Uni sehr, sehr nervig

    Wir können natürlich in die Blogs gehen, wir können Popmusik machen, ins Fernsehen gehen, Broschüren drucken. Ein Anfang wäre aber erstmal, seine Forschung nicht aktiv zu verstecken. Vor allem, da die meisten Wissenschaftler ja mit ihren Publikationen eh nichts verdienen, sondern sogar noch draufzahlen.

  3. Pingback: Der fachfremde Twitterfreund. #histocamp-Feedbacksession | TEXperimenTales

  4. Der Artikel ist interessant und hat bei mir unterschiedliche Gedanken ausgelöst, Teile werde ich gleich in einem Blogpost verwursten. An dieser Stelle ein paar Fragen zu deiner Definition von public history:

    „Die Geschichtsvermittlung, also die Aufbereitung wissenschaftlicher Erkenntnis(se) für ein breiteres, nichtakademisches Publikum“

    Von was für „Erkenntnissen“ ist da die Rede? „Geschichtsvermittlung“ klingt für mich hier wie Wissen von der Vergangenheit? Ist das so? Wenn ja, weswegen sollte das per se relevant sein?

    „Die Aktivierung von historischem Bewusstsein und Denken bei diesem Publikum“

    Klingt für mich nach einem klassischen Ansatz der Geschichtsdidaktik. Ist Public history also notwendigerweise didaktisch (wodurch die Zielgruppe dann notwendigerweise in der Gruppe der Lernenden zu verorten wäre)

    „Die konstante Herstellung von Legitimation von Geschichte und HistorikerInnen“

    Diesen Punkt verstehe ich nicht. Zum einen frage ich mich, weswegen Geschichte legitimiert werden muss – wir können sie schließlich gar nicht vermeiden. Zum anderen sehe ich es nicht als notwendige Legitimation von Historiker*innen an, wenn diese Klicks in der Öffentlichkeit sammeln. Was nicht heißen soll, dass ich dagegen bin – ganz im Gegenteil – aber für mich wirft dieser Ansatzpunkt eher die Frage auf, für was Historiker*innen im Allgemeinen gut sind. So banal wie diese Frage daher kommt, so schwer erscheint sie mir doch zu beantworten. Nicht weil es darauf keine Antwort gibt, sondern weil ich glaube, dass es sehr unterschiedliche Vorstellung von der sinnvollen Arbeit von Historiker*innen gibt. Die Ursache für die Tweets, die du zitierst, sehe ich nicht in einer schlechten Vermittlung wissenschaftlicher Ergebnisse, sondern in einer politischen Vereinnahmung, die bestimmte Narrative auch dann nicht zulassen würde, wenn sie fancy drappiert wären. Für mich ist das ein klares (und wichtiges) Feld der Geschichts- und Mediendidaktik. Daher könnte ich deinem Plädoyer auch eher zustimmen, wenn er die Geschichtswissenschaft dazu aufrufen würde sich ihrer politischen Rolle bei der Fabrizierung (und Ablehnung) von Narrativen bewusst zu werden und in diesem Sinne mit der Öffentlichkeit zu interagieren. Vielleicht steckt das ja (auch) im Text und ich habe es einfach anders verstanden.

  5. Pingback: huuuge. Über Donald Trump und Geschichte in den sozialen Medien | Geschichte ist…

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