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Digitale Public History

Jugendliche und junge Erwachsene sind verständlicherweise Vorreiter des Medienwandel der letzten 15 Jahre. Sie reduzieren ihren linearen Fernsehkonsum zugunsten nonlinearer Onlineprodukte1, sie lesen weniger Bücher und gedruckte Zeitschriften2 und sie vertrauen generell weniger den etablierten Meinungsführern3. Das bedeutet, dass die etablierten Wege der Geschichtswissenschaft, ihre Inhalte an Mann und Frau zu bringen, keine Nachhaltigkeit mehr vorweisen können. Bücher, Ausstellungen und Feuilleton alleine werden der Disziplin auf Dauer nicht dabei helfen, ihre gesellschaftliche Relevanz nachzuweisen.

Das ist allerdings kein Grund, in Kulturpessimismus zu verfallen. Gerade wir HistorikerInnen sollten wissen, dass Medienwandel kein Grund zu Sorge oder Panik ist. Er bedeutet nur eine Vielzahl neuer Herausforderungen, die durch eine Vielzahl neuer Möglichkeiten ausgeglichen werden.

Public History, also Geschichtswissenschaft in, für und mit der Öffentlichkeit, ist in Deutschland immer noch ein junges Feld. Digitale Public History ist dementsprechend, zumindest in akademischen Zeitrechnungen, gerade erst aus dem Ei geschlüpft. Damit prallt die oft konservative und schwerfällige Geschichtswissenschaft mit Wucht auf das Medienkonvolut Internet, das eher in Tagen und Wochen als in Jahren und Jahrzehnten rechnet.

Das Internet, seine Technik und Techniker und auch seine VordenkerInnen haben bislang nicht sonderlich viel mit Geschichte anfangen können. Gleichzeitig sind die meisten HistorikerInnen bei der Nutzung des Internets noch nicht über WebOPAC, Wikipedia und Web.de hinausgekommen. Es ist an der Zeit, das zu ändern: das Internet und die Geschichte zusammenzubringen, zu einem Austausch zu führen und eine gemeinsame Schnittstelle zu kreieren.

Forschungsprojekte, Institute und historisch-politische Bildungseinrichtungen können von einer digitalen Public History nur profitieren. Sie können sich auf modernem Wege der Öffentlichkeit präsentieren, ihre Erkenntnisse kommunizieren und die Art, wie HistorikerInnen arbeiten, erklären.

An dieser Schnittstelle möchte ich gerne mit Ihnen arbeiten. Ich bringe das technische und inhaltliche Know-How einer modernen, primär digitalen Vermittlung mit dem geschichtswissenschaftlichen Studium in Verbindung. Im Austausch mit Forschenden und BildungsarbeiterInnen konzipiere ich Onlineportale und Social Media-Projekte, setze diese technisch und gegebenenfalls inhaltlich um und betreue sie redaktionell. Auch bereits bestehende Projekte übernehme und optimiere ich.


  1. http://www.ard-zdf-onlinestudie.de/index.php?id=535 

  2. http://jungezielgruppen.de/index.php/studien/90-2015/2421-was-lesen-kinder-und-jugendliche-heute 

  3. http://de.statista.com/statistik/daten/studie/2482/umfrage/glaubwuerdigkeit-der-medien-bei-jugendlichen/