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Battlefield: neue historische Orte für Ego-Shooter?

Bevor ich mich daran mache, den #rpTEN-Talk “Meine Oma ist kein Mythos – warum die Facebook-Kommentarspalte die Geisteswissenschaften rettet” noch einmal in Blogform zu bringen (vielen Dank an alle die da waren!), ganz kurz zu einem ziemlich aktuellen Thema, dem ich mich grundsätzlich noch nie an dieser Stelle zugewendet habe, wenn ich mich recht erinnere:

Heute abend um 22 Uhr wird per Twitch und Pressekonferenz (bzw. “Präsentations-Event”) die neue, nächste Ausgabe des Computerspiels “Battlefield” präsentiert – und beeindruckenderweise ist darüber noch überhaupt nichts Handfestes herausgesickert. Gerüchte gibt es allerdings schon, und die machen diese Bekanntgabe im Kontext dieses Blogs spannend.

Battlefield begann nämlich als Multiplayer-Shooter im Setting des Zweiten Weltkriegs (mit Battlefield 1942 und zwei Addons) und später dem Vietnamkrieg, bevor es sich wahlweise der SciFi-Zukunft (Battlefield 2142) oder der (mehr oder minder) Gegenwart zuwandte. Gerade von dieser Gegenwart scheinen viele GamerInnen mittlerweile eher ermüdet zu sein, und so schießen die Gerüchte natürlich hoch. Einiges deutet darauf hin, dass der zeitliche Schauplatz in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts liegen wird. Möglich, dass man sich gerade mit der Wahl des 6. Mai als Termin auf die Hindenburg-Katastrophe beziehen will, die heute vor 79 Jahren passierte – möglich aber auch, und offenbar wahrscheinlicher, ist dass es erstmals “in den Ersten Weltkrieg geht”.

Das wäre auf vielfältige Weise spannend. Ich habe aus Zeitgründen seit Jahren kein Computerspiel mehr wirklich gespielt, beobachte die Szene aber nicht zuletzt wegen sozialer Verwerfungen wie #GamerGate immer noch von einigem Abstand. Und historisch ist die Sache natürlich auch spannend. Einerseits, weil der Erste Weltkrieg nicht ganz zu Unrecht als der Grabenkrieg schlechthin gilt, der in erster Linie aus Abwarten im Schutz der Grube bestand. Andererseits, aus ganz hiesiger Perspektive, weil der Erste Weltkrieg im kollektiven deutschen Gedächtnis nahezu irrelevant ist. Anders als vor allem in Großbritannien wird er vom Zweiten fast vollkommen verdeckt, auch zur 100. Jährung 2014 wurde ihm eher pflichtschuldig gedacht als dass es ein weit spürbares öffentliches Interesse gegeben hätte (das sich mit mehr als der leidigen Kriegsschuldfrage beschäftigt).

Die Twitch-Premiere kann man sich ab 22 Uhr hier ansehen. Ich werde wohl dazu etwas twittern und gegebenenfalls noch einmal bloggen.

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